Wir entscheiden über die Zukunft unserer Kitas!

Wahlprüfsteine 2022

Am 15. Mai finden in Nordrhein-Westfalen die Wahlen zum Landtag statt. Wir haben deshalb die Parteien befragt, was sie für die Verbesserung der Kindertageseinrichtungen in unserem Bundesland tun wollen. Auf dieser Website finden Sie die Ergebnisse. Machen Sie sich ein Bild! Sie haben die Wahl!

Die Katholischen Kindertageseinrichtungen im Erzbistum Paderborn bieten Bildung, Erziehung und Betreuung für 29.362 Kinder in 499 katholischen Kindertageseinrichtungen mit 7.870 Mitarbeitenden – vertreten durch ihre Mitarbeitendenvertretungen in 7 KiTa gem. GmbHs als regionale Träger katholischer Kindertageseinrichtungen.

  • Katholische Kindertageseinrichtungen Hochstift gem. GmbH
  • Katholische Kindertageseinrichtungen Minden-Ravensberg-Lippe gem. GmbH
  • Katholische Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet gem. GmbH
  • Katholische Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark gem. GmbH
  • Katholische Kindertageseinrichtungen Hellweg gem. GmbH
  • Katholische Kindertageseinrichtungen Hochsauerland-Waldeck gem. GmbH
  • Katholische Kindertageseinrichtungen Siegerland-Südsauerland gem. GmbH.

Für die Arbeit dieser KiTas brauchen Kinder, Eltern und Mitarbeitende die richtigen Rahmenbedingungen. Deshalb zeigen wir auf, was sich ändern muss und fragen nach, wie die Parteien dazu stehen.

wahlkreuz-2022

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Fragen

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Antworten

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Minuten Lesezeit

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Entscheidung

Fragen & Antworten

1. Verbesserter Fachkraft-Kind-Schlüssel

Das KiBiz bleibt noch immer hinter den wissenschaftlichen Empfehlungen zum Fachkraft-Kind-Schlüssel zurück und vernachlässigt auch das Thema Inklusion weitestgehend. Für einen verbesserten Fachkraft-Kind-Schlüssel fordern wir die Orientierung an der wissenschaftlichen Empfehlung der Bertelsmann Stiftung.

Unsere Frage

Welche Maßnahmen sieht Ihre Partei vor, um dem Fachkräftemangel zeitnah entgegenzuwirken sowie kurzfristig und langfristig flächendeckend in Kitas die Qualität der Arbeit mit dem wissenschaftlich empfohlenen Fachkraft-Kind-Schlüssel (Bertelsmann Stiftung) abzusichern?

CDU

Nicht erst seit Regierungsübernahme, sondern seit fast zehn Jahren wissen wir, dass die strukturelle Unterfinanzierung der Kindertagesbetreuung die folgenschwere Konsequenz hatte, dass die Personaldecke in vielen Kitas auf das gesetzlich vorgeschriebene Grundniveau abgeschmolzen wurde. Am 29. November 2019 konnten wir dies mit der Verabschiedung des neuen Kinderbildungsgesetz (KiBiz) überwinden. Um dabei auch langfristig unsere hohen Qualitätsanforderungen sicherzustellen, werden wir ein Institut für Familienforschung in Nordrhein-Westfalen gründen. So wollen wir Familienpolitik auf der Grundlage langfristiger, datenbasierter Betrachtungen auch wissenschaftlich weiterentwickeln. Denn für uns steht fest: Nordrhein-Westfalen soll seinen hervorragenden Weg fortsetzen und das familien- und kinderfreundlichste Bundesland werden.

SPD

Um das Berufsbild der Erziehungsberufe weiter zu stärken, wollen wir im System mehr Aufstiegsmöglichkeiten schaffen. Dies kann über weitere Funktionsstellen, beispielsweise für Sprachförderung oder Kinderschutz geschehen. Um mehr Menschen für die Ausbildung als Erzieherin und Erzieher zu begeistern, werden wir die praxisorientierte Ausbildung ausbauen. Mehr pädagogisches Personal pro Gruppe ermöglicht eine bessere individuelle Förderung der Kinder und sorgt so für mehr Chancengleichheit und sozialen Aufstieg. Daneben brauchen wir Kita-Helferinnen und -Helfer und Kita-Kaufleute. Letztere entlasten die Leitung bei der administrativen, nicht pädagogischen Arbeit. Erstere knüpfen an die Alltagshelferinnen und Alltagshelfer an und unterstützen auf der einen Seite die Einrichtungen, auf der anderen Seite sind sie auch Sprungbrett für die Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft und damit eine gute Chance zur Überwindung des Fachkräftemangels. 

FDP

Wir wollen kurz- und mittelfristig für zusätzliches Personal in der Kinderbetreuung sorgen, um die personelle Situation vor Ort zu entspannen und die Qualität der Kinderbetreuung nachhaltig zu verbessern. Die vergütete, praxisintegrierte Ausbildung (piA) ist aufgrund ihrer attraktiven Rahmenbedingungen ein Erfolg und trägt zur Steigerung der Attraktivität des Berufsfeldes bei. Auch die Träger der Einrichtungen profitieren davon, frühzeitig zusätzliches pädagogisches Personal vor Ort einsetzen zu können. Wir wollen diese Ausbildungsform darum weiter stärken und perspektivisch zum Hauptpfeiler der Ausbildung machen. Auch die neu geschaffene, bundesweit einmalige piA zur Kinderpflegerin bzw. zum Kinderpfleger ist eine attraktive Einstiegsmöglichkeit in den Beruf. Zum Ausbildungsjahr 2022/2023 stellt das Land hierfür insgesamt 1.500 Ausbildungsplätze zur Verfügung. 

Gemeinsam mit Trägern und Gewerkschaften wollen wir erörtern, inwiefern und unter welchen Bedingungen Fachkräfte aus der Logopädie und Ergotherapie sowie ausgebildete Musik- und Theaterpädagogen dauerhaft in Kitas eingesetzt werden können. 

Grüne

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, braucht es viele verschiedene Maßnahmen. Die Personalkapazitäten müssen so berechnet werden, dass sie die alltäglichen Anforderungen und die Arbeitsrealität in den Kitas auch wirklich abbilden. Erzieher*innen brauchen Zeit für Fortbildungen, Urlaubstage müssen einberechnet werden und auch Krankheitsfälle dürfen nicht zu alltäglicher Personalknappheit führen. Den Fachkraft-Kind-Schlüssel werden wir anhand wissenschaftlichen Standards neu regeln.

Linke

DIE LINKE unterstützt die Forderung nach einer Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels. Wir setzen uns seit Jahren für ein neues Kita-Gesetz in NRW ein, das bessere Qualitätsvorgaben verankert und endlich für eine auskömmliche Finanzierung der Einrichtungen sorgt. Dabei ist uns natürlich bewusst, dass die nötigen Fachkräfte nicht von heute auf morgen verfügbar sind, sondern erst ausgebildet werden müssen. DIE LINKE setzt dabei kurzfristig auf einen Ausbau aller Ausbildungswege, d.h. die klassische vollzeitschulische Ausbildung, die praxisintegrierte ErzieherInnenausbildung sowie die Studiengänge für frühkindliche Bildung. Perspektivisch sollte aus unserer Sicht allerdings die vollzeitschulische Ausbildung vollständig in eine praxisintegrierte Ausbildung überführt werden, bei der die angehenden ErzieherInnen ähnlich wie in der dualen Ausbildung von Anfang an eine existenzsichernde Vergütung bekommen. Um mehr junge Menschen für eine solche Ausbildung zu gewinnen, wird es aber auch darauf ankommen, dass der Beruf besser bezahlt wird. Deshalb unterstützt DIE LINKE die Forderungen der Gewerkschaften nach einer generellen Auswertung von Sozial- und Erziehungsberufen.

2. Ausreichend Zeit für mittelbare pädagogische Arbeit

Die Vielfalt der Anforderungen an die frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung setzt eine ausreichende Vor- und Nachbereitungszeit voraus Hierfür sind mindestens 25 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit einzuplanen. Der Personalschlüssel muss so aufgestockt werden, dass Ausfallzeiten kompensiert werden können.

Unsere Frage

Auf Grundlage wissenschaftlicher Daten sind für die mittelbare päd. Arbeit 25% der Arbeitszeit zugrunde zu legen. Wie stellen Sie sicher, dass dieser Wert erreicht wird, dass ausreichend Fachkräfte hierfür gewonnen werden und dass auch Ausbildungskapazitäten an den Berufskollegs geschaffen werden?

CDU

Für uns steht fest: Pädagogische Fachkräfte sind der Schlüssel zu bester Bildung von Anfang an. Deshalb fördern wir durch §46 des neuen KiBiz Qualifizierung mit bis zu 8.000 Euro jährlich pro belegtem Praktikumsplatz. In den vergangenen Jahren konnten wir bereits über 25.000 Ausbildungsplätze für Erzieherinnen und Erzieher neu einrichten und werden zusätzlich ein System für Fachkräftemanagement und -gewinnung etablieren. Mit dem „Arbeitsprogramm zur Personalgewinnung für Kindertageseinrichtungen“ wollen wir Fachkräfte ausbilden, binden und zurückgewinnen: Dafür werden wir die Attraktivität des Berufsfeldes erhöhen, indem wir die sehr kurze Karriereleiter ausbauen und Qualifizierungsmöglichkeiten verbessern. Unsere pädagogischen Fachkräfte brauchen die gesellschaftliche Anerkennung, die ihnen zusteht. Zudem wollen wir die Zugänge für ausländische Fachkräfte mit einschlägiger beruflicher Qualifizierung verbessern. Wir gehen damit systematisch und strukturiert die Herausforderungen der Kindertagesbetreuung im Sinne bester frühkindlicher Bildung für alle Beteiligten an.

SPD 

Auf Grundlage wissenschaftlicher Daten sind für die mittelbare päd. Arbeit 25% der Arbeitszeit zugrunde zu legen. Wie stellen Sie sicher, dass dieser Wert erreicht wird, dass ausreichend Fachkräfte hierfür gewonnen werden und dass auch Ausbildungskapazitäten an den Berufskollegs geschaffen werden? Die Bildungsdokumentation von Kindern ist ein wichtiger Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Für die Vorbereitung und die Nachbereitung müssen die Fachkräfte ausreichend Zeit haben. Denn auch die Arbeit mit den Eltern im Sinne der Erziehungspartnerschaft muss ausreichend Raum haben, damit die Arbeit zum Wohle der Kinder geschehen kann und auch das Personal mit seiner pädagogischen Arbeit zufrieden sein kann, wir wissen, dass dies aktuell aus Zeitmangel nicht der Fall ist.

FDP

 Im Rahmen der Reform des Kinderbildungsgesetzes fließen pro Jahr zusätzlich 1,3 Milliarden Euro für die frühkindliche Bildung und zur Beseitigung der jahrelangen Unterfinanzierung des Kita-Systems bereit, mit deren Hilfe beispielsweise Leitungszeiten und mittelbare pädagogische Arbeit finanziert werden können. 

Wir wollen mit weiteren Maßnahmen sicherstellen, dass das pädagogische Fachpersonal mehr Zeit mit den Kindern statt am Schreibtisch verbringt. Denn gerade das erfolgreiche Kitahelfer-Programm hat den Bedarf und den Wunsch nach Entlastung von nichtpädagogischen Aufgaben angezeigt. Darum wollen wir künftig den Einsatz von Hauswirtschafts- und Verwaltungsfachkräften fördern. Außerdem wollen wir gemeinsam mit Trägern und Gewerkschaften erörtern, inwiefern und unter welchen Bedingungen Fachkräfte aus der Logopädie und Ergotherapie sowie ausgebildete Musik- und Theaterpädagogen dauerhaft in Kitas eingesetzt werden können. 

In unserer Regierungsverantwortung haben wir darüber hinaus die Studienkapazitäten im Bereich Sozialpädagogik verdreifacht und weitere Studienstandorte in NRW geschaffen. 

Grüne

Im Kita-Bereich sehen wir eine hohe Belastung bis hin zur Überlastung der Fachkräfte. Das führt zum Teil zu Personalfluktuationen, weil Personal durch hohe Arbeitsbelastung ausfällt oder gar ganz diesen Bereich verlässt. Wir werden in der langfristigen Perspektive dafür sorgen, dass die Kita-Fachkräfte entlastet werden. Die Kita muss ein attraktiver Arbeitsplatz sein, damit sowohl bestehende Fachkräfte weiterhin in den Einrichtungen bleiben wollen, als auch weitere Menschen für die Arbeit in der Kita gewonnen werden können. Um Fachkräfte ausbilden zu können, werden wir die Ausbildungs- und Studienplätze an den Berufsschulen und Hochschulen dem Bedarf in der Berufspraxis entsprechend ausbauen.

Linke

Vor- und Nachbereitungszeit muss viel stärker als bislang berücksichtigt werden. Wir unterstützten deshalb auch die konkrete Forderung nach mindestens 25%. Diese muss in einem neuen Kita-Gesetz verankert werden. Zur Gewinnung von Fachkräften verweisen wir auf unsere Antworten zur Frage 1. Hierzu muss allerdings noch ergänzt werden, dass die Ausbildungskapazitäten an den Berufskollegs stark durch den dortigen Lehrkräftemangel limitiert sind. Wir setzen uns deshalb schon seit langem für einen Ausbau der Studienplätze für Lehrämter ein. Darüber hinaus könnten aus unserer Sicht auch berufserfahrende ErzieherInnen als Fachlehrkräfte an Berufskollegs eingesetzt werden. Dafür müsste es aber eine klare Laufbahnperspektive für diese geben.

3. Förderung von Ausbildung/Zeit für Praxisanleitung

Wir begrüßen neue Ausbildungsformen und fordern hierzu eine bundesweite Abstimmung. Um eine hochwertige Ausbildung auch in der Praxis zu gewährleisten sind ausreichend zeitliche Ressourcen für die Praxisanleitung zu schaffen. Durch die Ausbildungsform PiA, praxisintegrierte Form zur Ausbildung, als Erzieher*in erhöht sich die Zahl der Auszubildenden in den Kitas und damit die zeitliche Aufwendung für eine qualifizierte Praxisanleitung.

Unsere Frage

Wie beabsichtigen Sie Kitas in die Lage zu versetzen, der steigenden Zahl an Auszubildenden in unterschiedlichen Ausbildungsformen eine qualifizierte Praxisanleitung und angemessene Ausbildung zukommen zu lassen und welche Anreize setzen Sie, um Ergänzungskräfte zur Weiterbildung zu motivieren?

CDU

Mit dem KiBiz haben wir dazu beigetragen, NRW zu einem familienfreundlicheren Land zu machen: Gemeinsam mit den Kommunen haben wir mit Beginn dieses Kindergartenjahres jährlich 750 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt, um Personalkosten auskömmlich zu finanzieren. Damit schließen wir eine Lücke, die sich bis 2017 durch einen unzureichenden Aufwuchs der Kind-Pauschalen aus dem KiBiz ergeben hatte. Als weiteren Bestandteil der Reform fördern wir Ausbildung und Qualifikation: Ausbildende KiTas erhalten eine finanzielle Unterstützung, die für eine angemessene Vergütung der Auszubildenden und Ressourcen zur Praxisanleitung genutzt werden können. Mit dem Kita-Helfer-Programm haben wir kurzfristig über 250 Millionen Euro bereitgestellt, um die pädagogischen Kräfte in den Kindertageseinrichtungen während der Corona-Pandemie zu entlasten und durch unsere Angebote zur Weiterqualifizierung für alle Kita-Helfenden eine Perspektive zu schaffen. So leisten wir einen wichtigen Beitrag, um Bildung, Betreuung und Erziehung unserer Kinder zu gewährleisten.

SPD Wir wollen die pädagogischen Kräfte entlasten, damit sie mehr Zeit für die Arbeit mit dem Kind haben, aber auch für die Anleitung der Auszubildenden und Praktikant:innen
Wir erhoffen uns aber auch, dass Alltagshelfer:innen sich auch weiterbilden wollen. Wir wollen die Möglichkeiten der PiA für Kinderpfleger:innen, aber auch für Erzieher:innen ausbauen und verstärken. Unabhängig von der Ausbildungsstätte soll das Land die Ausbildung finanziell unterstützen. Wir möchten auch ermöglichen, dass das Personal in den Einrichtungen einen internen Aufstieg bekommen können, dafür wollen wir Funktionsstellen schaffen, die sich mit bestimmten Themen durch Weiterbildung spezialisieren können. Zum Beispiel könnte dies der Kinderschutz sein, oder auch die frühkindliche Sexualpädagogik oder
Kinderrechte.

FDP

Eine steigende Anzahl an Auszubildenden ist angesichts des Personalbedarfs geboten. In diesem Zusammenhang gilt es auch, den Ergänzungskräften niedrigschwellige, attraktive Angebote zur Qualifizierung zu unterbreiten. Insbesondere die vergütete, praxisintegrierte Ausbildung (piA) ist 

aufgrund ihrer attraktiven Rahmenbedingungen ein Erfolg. Sie trägt zur Steigerung der Attraktivität des Berufsfeldes bei und kann demnach auch zur Aufnahme einer Weiterbildung motivieren. Wir wollen diese Ausbildungsform darum weiter stärken. Für eine angemessene Praxisanleitung benötigen die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas natürlich ausreichend Zeit. Eine künftige landesseitige Förderung des Einsatzes von zusätzlichen Hauswirtschafts- und Verwaltungsfachkräfte soll die Fachkräfte darum von nicht-pädagogischen Aufgaben entlasten und ihnen mehr Freiraum für die Praxisanleitung und Ausbildung verschaffen. 

Grüne

Wir werden prüfen, welche zusätzlichen zeitlichen Ressourcen für eine qualifizierte Anleitung notwendig sind. Darüber hinaus wollen wir Praxisanleitungen in Kitas durch Fortbildungsangebote stärken. Die Durchlässigkeit im System muss vereinfacht werden, damit Ergänzungskräfte, die sich weiterqualifizieren wollen, auch einen Zugang zu diesen Bildungsgängen finden.

Linke

Selbstverständlich muss auch der zeitliche Aufwand für eine qualifizierte Praxisanleitung bei der Arbeitszeit und der Stellenzumessung berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite übernehmen die Auszubildenden im Laufe der Ausbildung zunehmend eigenverantwortliche Aufgaben und können auch zur Entlastung beitragen. In keinem Fall sollten Auszubildende auf den Fachkräfteschlüssel angerechnet werden. Die Finanzierung der Ausbildungsgehälter soll nach unserer Auffassung zusätzlich zu den regulären Mittelzuweisungen erfolgen. Wir treten dafür ein, dass alle Ergänzungskräfte die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Ausbildung zur ErzieherIn bekommen. Hierfür würden die gleichen Grundsätze gelten wie gerade ausgeführt, d.h. während der berufsbegleitenden Ausbildung würden sie nicht auf den Fachkräfteschlüssel angerechnet und die Finanzierung müsste über zusätzliche Landesmittel sichergestellt werden.

4. Ausreichend Zeit für Leitungstätigkeit

Leitungskräften sind für ihre komplexen Anforderungen und Aufgaben ausreichend zeitliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die Leitungen in unseren Kitas managen den pädagogischen, personellen und wirtschaftlichen Betrieb. Hierfür sind min. 20 Stunden je Woche erforderlich, wobei dieser Umfang durch 0,35 Stunden pro Ganztagsplatz auszuweiten ist. Ebenfalls muss es eine verbindliche Regelung und anteilige Freistellung für ständige Stellvertretungen in Kitas geben.

Unsere Frage

Wie werden Sie mit der Forderung nach ausreichenden verbindlichen zeitlichen Ressourcen für Leitungen und stellv. Leitungen (mind. 20 Wochenstunden zzgl. 0,35 h / Ganztagsplatz) umgehen und wie garantieren Sie, dass Leitungstätigkeiten nicht auf Kosten der Fachkraftstunden am Kind erfolgen?

CDU

Wir sind überzeugt: Frühkindliche Bildung schafft wichtige Voraussetzungen für Chancengleichheit, eine erfolgreiche Bildungsbiografie und ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung. Um den Kindern in unseren Kitas genau dies zu gewährleisten, wollen wir die pädagogischen Fachkräfte von administrativer Arbeit befreien und in Abstimmung mit Trägern und Gewerkschaften ein effizientes Verwaltungsmanagement fördern. Mit dem neuen Kinderbildungsgesetz garantieren wir für pädagogische Fachkräfte bessere Arbeitsbedingungen, indem wir jährlich zusätzlich 1,3 Milliarden Euro für das System der Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen bereitstellen und davon rund eine Milliarde Euro für mehr Qualität aufgebracht wird. Insgesamt stellen wir zusätzliche Mittel für mehr Flexibilität in den Kindertageseinrichtungen bereit, um eine beste Ressourcenverteilung vor Ort zu ermöglichen.

SPD Wir wollen die Leitungen von der nichtpädagogischen Arbeit im Büro entlasten und dafür Kita-Kaufleute einstellen, die sich um Anträge, Beschaffung und weitere Tätigkeiten kümmern, die nicht unmittelbar mit der pädagogischen Arbeit verknüpft sind und im Arbeitsalltag der Leitungen viel Zeit beanspruchen.
Leitungen und stellvertretende Leitungen erarbeiten weiterhin mit ihrem Team die pädagogischen Konzepte der Kita und sind auch verantwortlich
für die Personalführung.

FDP

Leitungskräfte haben eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung und Weiterentwicklung der Qualität in den Einrichtungen und sollten darum mindestens anteilig von der unmittelbaren pädagogischen Arbeit mit den Kindern freigestellt werden. Mit der Reform des Kinderbildungsgesetzes wurde die Finanzierung einer 20-prozentigen Freistellung der Leitungskraft pro Gruppe sichergestellt. 

Über die Förderung des Einsatzes von Hauswirtschafts- und Verwaltungsfachkräften wollen wir auch künftig dazu beitragen, dass Leitungen bzw. stellvertretende Leitungen weiter entlastet werden und sich weitgehend auf die mit der Einrichtungsleitung verbundenen Aufgaben konzentrieren können. 

Grüne

Die Novellierung des Kibiz sieht erste Schritte zu einer Leitungsfreistellung vor. Trotzdem bildet sich die Vielfalt der Leitungsaufgaben in der Personalbemessung noch immer nicht adäquat ab. Neben einer weiteren Leitungsfreistellung, wollen wir Leitungen durch die Finanzierung von Verwaltungskräften entlasten.

Linke

Auch diese Forderung wird von der LINKEN unterstützt. Die Umsetzung sollte über ein neues Kita-Gesetz erfolgen, in dem die zeitlichen Ressourcen verbindlich festgeschrieben werden. Im Rahmen der Mittelzuweisung müssen Leitungen und stellv. Leitungen vollständig ausfinanziert werden. Wichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass DIE LINKE die bisherigen Kopfpauschalen im heutigen KiBiz aus grundsätzlichen Erwägungen ablehnt und mit einem neuen Kita-Gesetz wieder zurück zur alten Finanzierungssystematik will, in der die Personalkosten vollständig finanziert werden.

5. Alltagshelfer*innen nach dem 31.7.

Wir fordern das das Programm der Alltagshelfer*innen auf langfristige Perspektive finanziell gesichert wird und die Träger damit die Möglichkeit haben die entsprechenden Personalstunden zur Verfügung zu stellen. Durch das Aufnehmen der Thematik im Kibiz wird eine Entlastung aller Erzieher*innen in NRW ermöglicht.

Unsere Frage

Wie werden Sie mit der Thematik Alltagshelfer*innen in Zukunft umgehen und werden Sie sich dafür einsetzen, dass Alltagshelfer in das KiBiz aufgenommen werden, um die Aufgabenvielfalt der FK so zu reduzieren, dass der Fokus der Fachkräfte wieder auf Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder liegt?

CDU

Alltagshelferinnen und Alltagshelfer stellen eine wertvolle Unterstützung in den Kitas dar. Um ihre Rolle für die Zukunft zu konkretisieren, werden wir ein strukturelles Alltagshelferprogramm prüfen. Die Angebote der Weiterqualifizierung für Alltagshelfer werden wir verstetigen, um die Qualität unserer Betreuungseinrichtungen fortwährend zu verbessern.

SPD Wollen die Alltagshelfer:innen beibehalten und auf sichere Füße stellen. Sie entlasten auf der einen Seite das pädagogische Personal bei nicht pädagogischen Tätigkeiten, die in den Einrichtungen einen großen Anteil der täglichen Arbeit haben. Wir erhoffen uns aber auch, dass Alltagshelfer:innen sich auch weiterbilden wollen. Wir wollen die Möglichkeiten der PiA für Kinderpfleger:innen, aber auch für
Erzieher:innen ausbauen und verstärken. Unabhängig von der Ausbildungsstätte soll das Land die Ausbildung finanziell unterstützen.

FDP

Das erfolgreiche Kitahelfer-Programm zeigt den Bedarf und den Wunsch nach Entlastung von nicht-pädagogischen Aufgaben an. Wir wollen darum den Einsatz von Hauswirtschafts- und Verwaltungsfachkräften fördern, damit der Fokus der Fachkräfte wieder auf Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder liegt. Im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie haben wir den Einsatz von Fachkräften aus der Logopädie, Ergotherapie sowie von ausgebildeten Musik- und Theaterpädagoginnen und -pädagogen in Kitas ermöglicht. Wir wollen mit Trägern und Gewerkschaften prüfen, inwiefern ein solcher „qualifizierter Quereinstieg“ dauerhaft möglich gemacht werden kann, damit Kinder langfristig von einer ganzheitlicheren Kindertagesbetreuung profitieren können. 

Jetzigen und künftigen Kita-Alltagshelferinnen und -Alltagshelfern sowie weiteren Interessierten machen wir außerdem das Angebot, eine Qualifikation für die pädagogische Arbeit in Kitas zu erwerben und dauerhaft dort zu arbeiten. Im Schuljahr 2022/2023 stehen insgesamt bis zu 1.500 Plätze für Qualifizierungen in der Kinderpflege an den Berufskollegs in NRW bereit. 

Grüne

Das Alltagshelferprogramm hat in der Pandemie zur notwendigen Entlastung der Kita-Fachkräfte geführt. Als das Programm beendet wurde, haben auch wir uns für die Wiederaufnahme des Programms eingesetzt. Doch auch jenseits der konkreten Unterstützung in der Pandemie gibt es einen hohen Bedarf nach zusätzlichem Personal, das die Fachkräfte entlastet. Wir wollen diese Entlastung in Form von Hauswirtschafts- und Verwaltungskräften oder Alltagshelfer*innen verstetigen.

Linke

DIE LINKE ist grundsätzlich dafür, dass neben pädagogischen Fachkräften auch weiteres unterstützendes Personal in Kitas eingesetzt werden. Das soll auch langfristig, d.h. im Rahmen eines Kita-Gesetzes abgesichert werden. Zum einen muss aber sichergestellt sein, dass AlltagshelferInnen nicht als kostengünstiges Personal zum Ersatz für notwendige zusätzliche Fachkräfte werden. Zum anderen muss es aus unserer Sicht auch für AlltagshelferInnen eine berufliche Entwicklungsperspektive geben, wenn diese auf Dauer beschäftigt werden. Dabei sollte mindestens der Status heutiger Ergänzungskräfte als Orientierung dienen.

6. Erhöhung der KiBiz-Pauschale im Bereich der Sachkosten

Die Anpassung der Sachkosten in der Finanzierung der Kitas erfolgt aktuell auf der Grundlage des allgemeinen Verbraucherpreisindex. Bereits im Gesetzgebungsverfahren wurde durch die Träger die Kritik geäußert, dass die Sachkosten lediglich auf Basis alter Werte fortgeschrieben wurden.

Unsere Frage

Die Anpassung der Sachkostenanteile Kitas auf Grundlage alter Werte und anhand des allg. Verbraucherpreisindex ist problematisch/ in Frage gestellt. Wie gedenken Sie an die aktuellen Entwicklungen angepasste Sachkostenanteile und erforderliche Investitionen in räumliche Rahmenbed. sicherzustellen?

CDU

Die Mittel aus dem „Gute-Kita-Gesetz“ müssen den Ländern dauerhaft zur Verfügung stehen. Dafür werden wir uns beim Bund mit Nachdruck einsetzen. Mit unserem Kita-Träger-Rettungsprogramm haben wir zudem unmittelbar nach Regierungsübernahme zur Stabilisierung der Einrichtungen für die Kitajahre 2017/18 und 2018/19 eine halbe Milliarde Euro als Soforthilfe bereitgestellt. Eine erhöhte Dynamisierung der Kindpauschalen hat zusätzlich dazu beigetragen, dass tatsächliche Personal- und Sachkosten nach und nach finanziell gedeckt werden und wir eine langfristige Finanzierung sicherstellen können.

SPD Statt durch Pauschalen für Belegungs- und Buchungszeiten statten wir Kitas durch eine auskömmliche Sockelfinanzierung so aus, dass sie keinen enormen bürokratischen Aufwand mehr haben, um Geld zu beantragen und abzurechnen. So bleibt mehr Zeit für jedes Kind.
Nötig ist ein Kita-Zukunftsgesetz für Nordrhein-Westfalen, das das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellt. Wir wollen eine Einrichtungsfinanzierung mit einem verbesserten Personalschlüssel, der sich an realen Öffnungszeiten orientiert, Erzieherinnen und Erzieher entlastet und die Betreuungsqualität deutlich verbessert. Dabei werden wir Kindertageseinrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf zusätzlich fördern und damit den Ansatz der plusKitas weiterverfolgen.

FDP

Die Einführung der seit langer Zeit geforderten Dynamisierung der KiBiz-Mittel stellt die Berücksichtigung der Tarifentwicklung der Personalkosten und der realen Sachkostensteigerung sicher. Wir haben in Regierungsverantwortung eine Überprüfung der Kita-Finanzierung gesetzlich festgeschrieben. Im Rahmen der Überprüfung wird unter anderem analysiert, ob die rechnerisch hinterlegten Personal- und Sachkosten im KiBiz die tatsächlichen Kosten abdecken und ob die Dynamisierung die tatsächliche Entwicklung der Personal- und Sachkosten angemessen abbildet. Sollte sich im Rahmen der Überprüfung Handlungsbedarf feststellen lassen, muss entsprechend gehandelt werden. 

Grüne

Wir streben eine Reform der Finanzierung der Kinderbetreuung an, die die Finanzierung wieder vom Kopf auf die Fü.e stellt. Diesen Prozess werden wir mit allen Akteuren gemeinsam angehen. Dazu gehört neben der Frage der Personalbemessung auch die Frage nach den Sachkosten sowie die Frage von Investitionen.

Linke

Wie schon erwähnt, lehnen wir die heutige Finanzierungssystematik des KiBiz aus grundsätzlichen Erwägungen ab. Weder Personal- noch Sachkosten sollten im Rahmen von Kindpauschalen gezahlt werden und das gilt natürlich auch für bauliche Investitionen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Träger die tatsächlichen Kosten, die z.B. im Rahmen von Umbaumaßnahmen entstehen, abrechnen können.

7. Bestandsicherung der KiTa Gebäude und qualitative Weiterentwicklung der Raumprogramme

Viele „Bestands“-KiTas sichern seit Jahrzenten die Kindertagesbetreuung in NRW. Dabei sind viele Gebäude 50 Jahre alt und älter. Die Raumqualität in diesen Kitas hat deutlichen Aufholbedarf im Verhältnis zu neuen KiTas. Hier bedarf es erheblicher Investitionen, um diesen Gebäudebestand instand zu halten, qualitativ weiterzuentwickeln und Barrieren abzubauen. Aus den finanziellen Mittel der Pauschalen für den Betrieb der KiTas ist dies nicht zu decken und zu leisten. Unter den derzeitigen Finanzierungs- und Förderbedingungen ist es leichter eine neue KiTa zu bauen, als eine Bestands- KiTa zu erhalten, zu sanieren und qualitativ auf den heutigen Standard zu bringen.

Unsere Frage

KiTas brauchen gute Räume und gute Außengelände, in der Kinder vielfältigen Interessen nachgehen können und in der kein Kind aufgrund von Einschränkungen ausgeschlossen ist. Wie sichern Sie die erforderlichen Investitionen in die Instandhaltung und qualitative Weiterentwicklung der KiTa Gebäude?

CDU

Unsere Familienzentren sind für viele Familien erste Anlaufstelle. Wir werden daher unseren Kurs des Ausbaus, der finanziellen Stärkung und der Vernetzung mit den Angeboten der Familienförderung fortsetzen. Ein wichtiger Bestandteil für die kommenden Jahre wird dabei die Etablierung des digitalen Familienzentrums NRW sein. Das neue Kinderbildungsgesetz überwindet dabei mit 1,3 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich die strukturelle Unterfinanzierung im System der Kindertagesbetreuung in NRW. Gemeinsam mit den Kommunen wollen wir zusätzlich ein Sonderprogramm zur Sanierung und Instandsetzung von Spiel- und Bolzplätzen auflegen, um damit einen weiteren Bestandteil der Freizeitgestaltung für die Kinder in unserem Land zu berücksichtigen.

SPD Wir sehen, dass das aktuelle KiBiz-System keine Chance auf gute Finanzierung von Neubauten oder auch die Instandsetzung von älteren Gebäuden. Deshalb werden wir schnell nach der Wahl mit den Kommunen und Trägern in die Verhandlungen eines neuen Kita-Zukunftsgesetzes einsteigen, damit wir auch neue räumliche Kapazitäten ausweisen können.

FDP

Kinder sind neugierige Entdecker, wollen spielen und Nues ausprobieren. Darum müssen die Räumlichkeiten und das Außengelände von Kindertageseinrichtungen ansprechend gestaltet und für alle Kinder, unabhängig von etwaigen Einschränkungen, zugänglich sein. 

Bund und Länder fördern darum Investitionen in Maßnahmen, die neue Kita-Plätze schaffen oder bestehende Plätze erhalten. Die staatlichen Zuschüsse können auch für Neubau-, Ausbau- oder Umbaumaßnahmen bzw. für die konkrete Ausstattung der Einrichtungen und ihrer Außengelände genutzt werden. 

Grüne

Kitas sind Lebens- und Erlebnisräume und diese sollen allen Kindern zugänglich sein und offenstehen. Gemeinsam mit den Trägern und den anderen Akteuren im Bereich der frühkindlichen Bildung werden wir Investitionen, Instandhaltung und Sanierung in den Blick nehmen.

Linke

DIE LINKE fordert ein Landesprogramm für bauliche Investitionen im Bildungsbereich. Die beschriebene Problematik gilt gleichermaßen für Schulen wie für Kitas. Räume haben einen enormen Einfluss auf das Lernen und die Gebäude sollten deshalb nach modernen pädagogischen Ansprüchen gestaltet sein. Es muss also ein Investitionsprogramm geben, aus dem Renovierungs-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen finanziert werden.

8. Deckelung der 45 Std./Ausbau der räumlichen Kapazitäten/Inklusion

Der Betreuungsbedarf der Eltern liegt zunehmend in einer Ganztagsbetreuung. Eine Deckelung der Pauschalen für über dreijährige Kinder, die mit 45 Std. betreut werden, ohne Berücksichtigung des elterlichen Betreuungsbedarfs ist nicht nachvollziehbar und sollte ersatzlos gestrichen werden. Die Kitas müssen in die Lage versetzt werden dem Betreuungsbedarf adäquate Betreuungsangebote vorzuhalten, die personell und räumlich ermöglicht werden können. Hierzu brauchen die Träger die Förderung eines qualifizierten Ausbaus an Betreuungsplätzen.

Unsere Frage

Die Kitas müssen in die Lage versetzt werden dem elterlichen Betreuungsbedarf entsprechend adäquate Betreuungsangebote vorzuhalten, die personell und räumlich ermöglicht werden können. Hierzu braucht es die Förderung eines qualifizierten Ausbaus an Betreuungsplätzen. Wie gewährleisten Sie dies?

CDU

Wir sind überzeugt, dass wir echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur durch gute frühkindliche Bildung schaffen. Dazu haben wir in den letzten fünf Jahren insbesondere die Betreuungsangebote in den Randzeiten verbessert. Von 2017 bis 2021 haben wir die Zahl der Kinderbetreuungsplätze im U3-Bereich bereits um über 31.500 auf rund 211.000 und im Ü3-Bereich um fast 51.000 auf rund 530.000 steigern können. Damit haben wir in kurzer Zeit über 82.000 neue Kitaplätze insgesamt geschaffen. Unsere Kita-Platz-Ausbaugarantie werden wir auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Um Eltern mehr Planungssicherheit zu geben, werden wir ein digitales Kita- und Tagespflegeplatzmanagement auf den Weg bringen. Um frühkindliche Bildung als wichtige Voraussetzungen für Chancengleichheit insbesondere für die drei Kita-Jahre vor der Einschulung zu stärken, werden wir auch das dritte Kindergartenjahr vor der Schule für die Eltern beitragsfrei machen und damit komplette Beitragsfreiheit im Bereich Ü3 herstellen. Damit schaffen wir eine direkte finanzielle Entlastung der Eltern.

SPD Wir wollen die Betreuungsplätze ausbauen, personell und räumlich. Wir wollen vor allem aber auch eine ergänzende Betreuung im familiären Umfeld nach dem Vorbild des Projekts Sonne, Mond und Sterne. Wir wollen aber auch die Möglichkeit schaffen, dass die Betreuungszeiten innerhalb der Öffnungszeiten flexibler gestaltet werden kann.

FDP

In unserer Regierungsverantwortung haben wir eine landesseitige „Platzausbaugarantie“ ausgesprochen: jeder Kita-Platz, der benötigt wird, wird investiv durch das Land gefördert. Dafür stellt das Land jährlich insgesamt 115 Mio. Euro zur Verfügung. Sofern diese Summe abgerufen wird, ist auch kurzfristig ein Aufwuchs der Mittel möglich. In der Folge sind seit 2017 in Nordrhein-Westfalen Tausende neue Betreuungsplätze entstanden. Höhere Mietkostenzuschüsse ermöglichen den Trägern zudem einen größeren Spielraum. 

Diesen Weg wollen wir fortsetzen und konsequent die frühkindliche Bildung in Nordrhein-Westfalen ausbauen und stärken. Wir werden die Betreuungsplätze gemeinsam mit den Kommunen und Trägern noch stärker ausbauen, um die Betreuungsbedarfe von Eltern abzudecken und ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. 

Grüne

Der Ausbau von Betreuungsplätzen und die Gewinnung von Kita-Fachkräften müssen Hand-in-Hand gehen. Damit weitere Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden, müssen wir weiter in den Ausbau investieren. Wir brauchen einen quantitativen und qualitativen Ausbau der frühkindlichen Bildung. Dafür muss die Finanzierung der frühkindlichen Bildung neu justiert werden. Zusätzliche Angebote im Rahmen der sog. Randzeitenbetreuung gilt es auszubauen.

Linke

DIE LINKE setzt sich seit langem für einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ein, der natürlich auch beinhaltet, dass Eltern die gewünschte Betreuungszeit bekommen. Wir unterstützen auch die Forderung nach einer Ausweitung von Betreuungszeiten in den Randbereichen (vor 7 Uhr und nach 16 Uhr). Allerdings stehen für uns grundsätzlich die Interessen der Kinder im Vordergrund. Eine tägliche Betreuung über 9 Stunden hinaus in der Kita sehen wir daher eher als eine Ausnahme an. Nach den uns bekannten Befragungen zu Betreuungswünschen der Eltern gibt es teilweise den Wunsch nach mehr Flexibilität, aber kaum den Wunsch nach überlangen Betreuungszeiten. Die Herausforderung liegt demnach darin, Betreuungszeiten vorzuhalten, die aber wenig in Anspruch genommen werden. Eine realistische Lösung könnte aus unserer Sicht so aussehen, dass in den Einrichtungen der Betreuungsbedarf regelmäßig abgefragt wird und bedarfsgerecht Betreuungszeiten in den Randbereichen angeboten werden. In dem Fall müssten den Trägern die notwendigen Kosten dafür erstattet werden. Weitergehende zeitliche Betreuungsbedarfe sind vermutlich so selten, dass sie nicht durch jede Kita, sondern alternativ durch einzelne Einrichtungen abgesichert werden können, die natürlich dafür angemessen ausgestattet werden müssen.

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Kitas in Trägerschaft gem. GmbHs im Erzbistum Paderborn

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